Asche und Regen

Bilder und Betrachtungen

gegen das Vergessen

“Die Vergangenheit wirft ihre Schatten bis in die Gegenwart. Sie wirkt erst recht, wenn wir versuchen, sie zu verdrängen.”

(Uwe von Seltmann)

Eine Ausstellung realisiert in der GALERIE PICTUS EUROPA, Mahnmal Voijna, Tschechien

Als Enkel und Nachkomme der “Kriegsgeneration” zeige ich Acrylbilder und Zeichnungen, die sich mit dem Thema der Verarbeitung der Nazigeneration beschäftigen. Meine Mutter, 1925 geboren, war die Tochter eines SS - Aufsehers in dem KZ Mauthausen, meinem Großvater. Sie ist sehr früh gestorben. Ich war damals 12 Jahre alt. Sie hat nie etwas über diese Zeit erzählt. Dennoch habe ich lange unter einer mir unerklärlichen Schwermut gelitten, bis ich angefangen habe meine Gedanken und Träume zu malen. Danach erfuhr ich, daß mein Großvater Nazi war, wie viele Deutsche, damals. Nach dem Krieg wurde er aus unserer Familie verbannt und nach seinem Tod wußte niemand mehr von seinem Leben und seinenTaten. Die inneren Bilder, die mich bruchstückhaft bis in meine Träume begleitet haben, finden hier ihren Ausdruck. Sie zeigen Opfer als auch Täter. Mit diesen Werken versuche ich das Schweigen zu brechen, daß mir meine Mutter hinterlassen hat.

Titel: Frei

Acryl auf Papier, 45 cm x 100 cm

Zum Ausstellungsprojekt „Asche und Regen”

von Esther Schlichting - Riedemann M.A., Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften, München

Über die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte gelingt es der Künstlerin Maria Kurzok einen Zugang zu einem bisher wenig thematisierten Bereich der deutschen Vergangenheit zu schaffen: die Verdrängung und das Schweigen der Kriegsgeneration, sowohl der Täter und Mitläufer, als auch der Opfer und die daraus resultierende Belastung in den Familien der nachfolgenden Generationen. Der Schmerz, der aus den Bildern spricht, sensibilisiert den Betrachter für die Auseinandersetzung mir der deutschen Vergangenheit und konfrontiert ihn zugleich mit der eigenen, persönlichen Familiengeschichte. Die Bilder von Maria Kurzok ermöglichen und fördern einen Dialog zwischen den Generationen zur schmerzlichen Thematik der Nazizeit.